Sherman M4A2 "PTO"

Mit dem eingreifen der Japaner in den zweiten Weltkrieg brachen auch im Pazifik heftige Kämpfe zwischen den USA und dem japanischen Kaiserreich aus. Der Krieg im Pazifik ( PTO - Pacific Theater of Operations ) wurde noch heftiger, brutaler und unerbittlicher geführt, als es in Europa der Fall war. Dies lag oftmals an der Mentalität der Japaner, für die es keine Kapitualtion gab, deren Ehrenkodex oftmals noch von den alten Samurai herrührte.

 

Um sich besser vor den Hinterhalten der Japaner und fanatischen Einzelangriffen zu schützen, improvisierten die Amerikanischen Truppen unablässig. Mitteln Beton wurden Fahrzeuge aufgepanzer ( Concrete Armor ) , es wurden zum Schutz gegen Haftminen die Seiten der Fahrzeuge und teilweise die Laufwerke mit Holzplanken geschützt, es wurden Laufketten wo immer es möglich war angeschweißt, zusätzliche Stahlplatten angebracht etc etc.

 

Die GI´s waren überaus flexibel und konnten schnell und wirksam improvisieren.


Ein solches Fahrzeug wollte ich darstellen....

Neben dem Dragon Bausatz 6462 "Sherman M4A2 Late PTO" organisierte ich mir noch ein Conversion Kit von Adler Models. Dieses war anscheinend nicht für eine A2-Ausführung sondern eher für eine A3-Version vorgesehen. Stand in der Artikelbeschreibung leider nirgends dabei. Dennoch passt das Set soweit ganz gut und kann genutzt werden.

 

Nach dem recht gemütlichen und problemfreien Zusammenbau, geht es auch schon ans Lackieren....

Kleine Ergänzung...

Da ich die Luke des Fahrers geöffnet darstellen möchte und mir die detaillierung der Bausatzluken allerdings gar nicht zusagt, musste hier etwas anderes her.

 

Die Bausatzteile sind im inneren sehr einfach gehalten und wurden daher gegen Exemplare aus Resin von TMD ersetzt. Diese sind extrem fein produziert und kommen wesentlich näher an die Originale.

Die Grundbemalung

Nachdem alle Teile zusammen gebaut wurden, kann es mit der Bemalung los gehen. Aufgrund der verschiedenen Materialien werden alle Bauteile grundiert.

 

Eine erste Grundierung erfolgte mittels Sprühdose, ein zweiter Durchgang wurde mit der Airbrush aufgetragen. Die zweite Schicht dient gleichzeitig als Vorschattierung für die nun kommende Lackierung.

Alle Bauteile auf einen Blick, vorbereitet für die Lackierung
Ein erster, dünner Farbauftrag erfolgte direkt aus der Sprühdose
Die ALCLAD-Grundierung dient gleichzeitig als Vorschattierung, sie wurde mittels Airbrush aufgebracht

Fahrzeuge des USMC waren im Pazifik eher gräulich, den momentanen Quellen nach zu urteilen, sollen die Fahrzeuge OD lackiert sein, jedoch mit Navy Grey übernebelt worden sein. Das erklärt das verhältnismäßig dunkle Erscheinungsbild.

 

ls Grundlackierung kam erstmals XF-74 zum Einsatz, eigentlich der perfekte Farbton. Statt mit Weiss oder Hellgrau aufzuhellen habe ich jedoch XF-4 genommen und der Farbton schlug um in ein schönes, aber leider nicht sehr authenthisches Grün.

 

Da mir der Farbton jedoch ganz gut gefiel, entschloss ich ihn so zu lassen.

Die seitlichen Holzplanken wurden mit verschiedenen Farben von Lifecolor bemalt und anschließend mehrfach unterschiedlich mit Farbbrühen gewaschen.


Nach einer zwei dünnen Lagen "Worn Effects" wurden diese nochmals mit dem Grüngrau von Tamiya überlackiert und anschließend diese Farbschicht verwittert

Als nächstes ging es nun an die Sandsäcke - nach einigen Abklebearbeiten wurden diese mit Tamiya "Deck Tan" lackiert und erhielten mehrere Washings von Vallejo & AK Interactive.

Anschließend wurde ein recht kräftiges Drybrushing

( Trockenmalen ) mit Deck Tan durchgeführt, welches nochmals mit einem Schuss weiss aufgehellt wurde.

Chipping & Washing

Nachdem die Sandsäcke soweit bemalt sind geht es an die weitere Alterung am Sherman. Die nächsten Schritte sind das Chipping & Washing, sprich die Darstellung von abgeplatzter Farbe bzw. Abrieb und dem betonen der Kanten und Vertiefungen.

Damit werden verschiedene Effekte geschaffen:

 

  • Die recht neuwertige, langweilige Erscheinung wird aufgebrochen, dem Modell wird leben eingehaucht
  • Die Konturen und das Fahrzeugdesign werden hervorgehoben, es entsteht Farbtiefe


Beim Chipping können viele Farben zum Einsatz kommen, verschiedene Grautöne, mehrere hellere Farbschläge der Grundfarbe oder braune Farbtöne simulieren verschiedene Farbschichten.

Sorgfältig mit einem feinen Pinsel aufgetragen, kann man sofort den "Used Look" erkennen.

 

Vor dem Washing sollte das Modell mindestens mit einer seidenmatten Klarlackschicht versiegelt werden, ich persönlich nutze eine hochglänzende Oberfläche aus FUTURE, damit erreicht man das beste Fließverhalten der Farbbrühen.

Fading

Unter dem Fading versteht man das ausbleichen der größeren Farbflächen, um nochmals eine Variation in die Grundfarbe zu bringen, dieses mal mittels Ölfarben.

Welche Ölfarben man nutzt ist ziemlich egal.

Mit einem feinen Pinsel werden diese entsprechend überall auf dem Fahrzeug aufgetragen und danach mit einem breiten, weichen Flachpinsel, der ordentlich mit Verdünnung getränkt ist, verblendet.

 

Dazu einfach tupfend / trommelnd die Oberfläche behandeln. Die Farben sollten später nicht mehr präsent sein sondern in die Grundfarbe eingearbeitet sein.

 

Nach einer ausreichenden Trockenzeit erhält das Fahrzeug ein weiteres "Pin-Washing", Nieten, Kanten & Vertiefungen werden gezielt nochmals mit einer Farbbrühe behandelt.

Das Ergebnis der bisherigen Arbeitsschritte ist gut zu sehen, dem Fahrzeug sieht man sein "hartes Leben" im Dschungel an. Achten Sie darauf es grundsätzlich mit den Effekten nicht zu übertreiben. Die "Heck-Ablage" hat zuviel abbekommen :-(

Dirty Talk....Yeah Baby Yeah...

Die nächsten Schritte beschränken sich auf das Verschmutzen des Laufwerkes bzw. der Unterwanne.
Der Pazifische Kriegsschauplatz wird allgemein als Heiß und trocken erachtet, was auch absolut korrekt ist, dennoch regnete es regelmäßig und die Wälder verwandelten sich in eine einzige Schlammpfütze.

 

Die GI´s versanken quasi im Schlamm, ein vorran kommen war nur mühsam und langsam möglich.

Es ist klar das auch das Gerät diesen widrigen Umständen ausgesetzt war - daher möchte ich nicht auf
eine entsprechende Darstellung bei meinem Sherman verzichten.

 

Die Basis bildet eine dünne Farbschicht aus Tamiya "Buff" oder "Deck Tan" bzw. "Tan" als hellste Farbe, danach können alle möglichen Brauntöne zum Einsatz kommen. Hauptsache es wirkt nicht zu regelmäßig.

 

Darauf folgt der grobe Matsch - die benutzten Produkte sind allesamt auf dem Bild ;-)

Ein Tip von mir: Wenn Sie denken es sieht gut aus - so wollten Sie es haben....machen sie noch zwei, drei Durchgänge, sie werden sehen das Ergebnis wird nur besser, nie schlechter.

Die Farbe der Paste ist jedoch zweitrangig, erstens kann man diese noch nachträglich bemalen und es folgen eh noch weitere Schritte.

Das ganze wird nochmal, nachdem alles etwas angezogen hat, mit flüssigem Plastikkleber getränkt. Nach dem Trocknen erhält die Struktur verschiedene Durchgänge mit "Dark Wash", jeweils von MIG und Tamiya.

 

die noch freien Stellen im Laufwerksbereich werden mit Pigmenten behandelt, diese mit Pigment Fixer, entsprechend fixiert.

Die Laufrollenwagen, sowie Leit- und Umlenkrad werden mit einem "Wasser-Pigment-Gemisch" eingesaut, diese kann abtrocknen und danach mittels Borstenpinsel verblendet bzw. abgetragen. Hier kann man sich nach Herzenslust austoben und probieren.

Die Kette - Typ T54E1

Sherman Stahlkette T54E1 ( Copyright by G. R. Bradford )

Sherman Minutia Website

Bei meinem Sherman habe ich mich gegen eine Metallkette entschieden und wollte stattdessen die dem Bausatz beiliegende DS-Kette nutzen. Das dem Kit beigefügte Modell entspricht einer T54E1 Ganzmetallkette welche außerdem über sogenannte "Duckbills" verfügt.

 

Diese Verbreiterungen wurden im Pazifik genutzt um eine bessere Traktion im teilweise sehr unwegsamen und nach Regenfällen verschlammten Gelände zu erhalten.

 

Auf dem oben gezeigten Originalfoto ist exakt diese Kette mit den entsprechenden "Entenschnäbeln" zu sehen.

 

Sehr interessant ist diese Webseite:

Die Kette wurde zuerst mit Alkohol etwas gereinigt, allerdings muss man (leider) sagen das die Haftung von Farbe auf den Ketten ohne agressive Grundierung ein wenig leidet.

 

Ich hab es dennoch versucht und die Kette nach der Reinigung mit Tamiya Flat White entsprechend grundiert.


Danach folgte eine eher unregelmäßige Lackierung mit "Dave´s selbstgemischter & einzigartiger Kettenfarbe". Also eindach einen Braunton mit etwas Schwarz mischen bis es gefällt und ab drauf damit. Ich mache mir da wenig Gedanken über den "Korrekten" Farbton, und das sollten Sie auch nicht, denn den gibt es schlicht und ergreifend nicht.

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