大日本帝國陸軍     九七式中戦車 新砲塔チハ 

     Typ 97 Shinhōtō Chi-Ha, 1:35, Tamiya

Tamiya Type 97 Shinhoto CHI-HA 35137 Type 97 Shinhoto CHI-HA (Improved Turret)
Type 97 Shinoto Chi-Ha im Panzermuseum Aberdeen, USA

Der mittelschwere Type-97 war das Herzstück der gepanzerten Kräfte der Kaiserlich Japanischen Armee vor und während des 2. Wektkrieges. Das Fahrzeug wurde ursprünglich zur Unterstützung der Infanterie entwickelt und war mit einer 57mm Kanone ausgestattet. Ferner waren zwei schwere MG, jeweils in der Wannenfront und im Turmheck verbaut.

Type 97 Shinoto Chi-Ha im Panzermuseum Aberdeen, USA

Man erkannte sehr schnell das Panzerung und Feuerkraft der Chi-Ha nicht ausreichend war und spätere Versionen erhielten als Hauptbewaffnung eine 47mm Typ 1 Kanone in einem neuen, vergrößerten Turm, der diese Hochgeschwindigkeitskanone aufnehmen konnte - und aus dem Chia-Ha wurde der hier gezeigte "Type-97 Shinoto Chi-Ha"

 

Motorisiert waren die Panzer mit einem Luftgekühlten V12-Zylinder Dieselmotor mit 170 PS, das verbaute Schwingen-Fahrgestell bot hervorragende Beweglichkeit aus dem Schlachtfeld. In der hier gezeigten späten Version erschien der Shinoto erstmals im Mai 1942 während der Kämpfe auf den Phillipinen und bewährte sich dort hervorragend.

 

(Bilder von Mr. Mark Pellegrini)

Der Inhalt der Box ist recht übersichtlich

Der Bausatz von Tamiya kommt in einer recht schicken Verpackung daher - in dieser befinden sich die Unter- und Oberwanne, 3 Spritzlinge, die Bauanleitung sowie ein kleiner Decalbogen.

 

Der Kit erschien 1987, basiert aber auf dem Chi-Ha von 1975 und ist damit noch satte 4 Jahre älter als ich. Unter den Gesichtspunkten neuer Produkte kann der Bausatz auf keinen Fall mehr mithalten was die Detaillierung betrifft. Ein von Eduard passender Ätzteilbogen war leider nirgends aufzutreiben - also musste das Teil absolut aus der Schachtel gebaut werden.

Die Jahresprägung bestätigt - der Kit ist ein echter Oldie

Ich muss aber gestehen das ich dies auch vor hatte als ich den Kit aus dem Nachlass einen befreundeten Modellbauers übernahm.

 

Was man Tamiya zugute halten muss - und deshalb mag ich diesen Hersteller aus Japan so sehr - trotz eines Alters von teilweise 40!!! Jahren ist die Passgenauigkeit 1A - es passt alles einwandfrei zusammen.

 

Trennähte und etwas Fischhaut sind vorhanden - aber gut zu beseitigen. Alles in allem ein netter Bausatz der zu seiner Zeit sicher ein Highlight war und auch heute noch durch seinen "Exoten-Bonus" punkten kann.

 

Innerhalb kurzer Zeit steht das Modell lackierbereit auf dem Basteltisch. Ich denke da gerade durch die mäßige Detaillierung kein Blumentopf gewonnen werden kann muss über das Finish ein entsprechender "Wow-Effekt" her.

 

Schauen wir mal wie es nach der Grundierung weiter geht.....

7th Armored Regiment (Shensha Rentaï), 2nd Armored Division (Sensha Shidan), Luzon, Philippines, January 1945

Die Bemalung... es werde bunt

Der erste Schritt nach dem Zusammenbau sollte darin bestehen das man das Modell in warmen Seifenwasser von Schleifresten und evt. vorhandenen Formtrennmitteln befreit. Es gibt viele Modellbauer die diesen Schritt für unnötig halten - ich habe allerdings mit Acrylfarben schon mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht bei ungereinigten Modellen.

 

Dann kann es passieren das die Farbe abperlt und man massive Probleme mit der Haftung der Farbe im allgemeinen bekommt.

Danach folgt die Grundierung - hier kann man letzmals nochmal den Bau und die Beschaffenheit der Plastikoberfläche prüfen. Was man an Grundierung nimmt ist relativ egal - ich nutze Tamiya, Gunze und Citadel, jeweils aus der Sprühdose. Diesen Arbeitsschritt sollten Sie allerdings, Ihrer Gesundheit und dem Hausfrieden zuliebe unbedingt im Freien durchführen.

 

Wenn Sie es im Haus versuchen möchten rate ich Ihnen schonmal zu nem kuscheligen Plätzchen auf der Couch - die Dame Ihres Herzens wird not amused sein.

 

Nach einer ausreichenden Trockenzeit ist das Modell dann fertig zur eigentlichen Lackierung.

Wie in anderen Armeen auch, waren Japanische Panzer in einer Mehrfarbtarnung bemalt, allerdings wesentlich bunter als man es vom Europäischen Kriegsschauplatz kennt. Teilweise wurden über Khaki, Braun und Grün knallgelbe Streifen aufgetragen.

 

Mein Fahrzeug erhält eine klassiche 3-Farb-Tarnung, diese verläuft scharfkantig über das gesamte Fahrzeug.

 

Mittlerweile gibt es einige spezielle Farbset´s für die Japanische Armee - ich nutze eines von Gunze. Da mir die Grundfarbe allerdings nicht hell genug war und ich keine passende Farbe zum aufhellen hier hatte, kam einfach Tamiya XF-57 "Buff" zum Einsatz. Ein sehr schöner Farbton für die Grundfarbe, wie ich finde. Dieser wird entsprechend verdünnt und mit etwas Klarlack versetzt, damit erhalten Sie eine saubere nicht zu stumpfe Oberfläche.

Da der kleine Tank eine recht scharfkantige Tarnung bekommt, musste ich vorab ein wenig experimentieren. Meine bevorzugt gebauten Fahrzeuge der US Army bzw. der Briten sind meist nur einfabrig, und wenn getarnt, dann weitaus weniger komplex als dies bei den Japanern oder der Wehrmacht war. Daher verfüge ich über wenig Erfahrung mit derartigen Farbschemata.

 

Ich habe mir ein Tarnschema ausgesucht und dieses als grobe Vorlage genommen - dann ging es los. Abdeckfolie, UHU Tac, Flüssiges Maskiermittel und Abdecktape wurden ausprobiert. So richtig zufrieden stelle mich kein Ergebnis, mit dem Tape habe ich noch das beste Resultat erzielt.

Also hab ich mich dafür entschieden und recht aufwändig alle gelben Tarnflecken maskiert. Der nächste Schritt wäre dann die Tarnfarbe mittels Airbrush aufzutragen. Hier muss man vorsichtig vorgehen damit die Flecken a) dort sitzen wo sie sein sollen und b) sich keine Farbe unter die vorhandene Maskierung schiebt.

Nachdem alle Flecken in der Grundfarbe abgeklebt sind, wird die Grüne Tarnfarbe mittels Airbrush aufgetragen. Die Farbe sollte unbedingt verdünnt werden um ein schönes Ergebnis zu erzielen.

 

Wenn man einen Tarnplan zur Verfügung hat sieht man wo die Grünen Flecken sitzen, ansonsten kann ich nur empfehlen sich vorab Gedanken über die Platzierung der Flecken zu machen.

Jetzt kommt natürlich nicht der große Wurf - denn so wie vorher werden nun die Grünen Bereiche mittels Tape maskiert und es bleiben nur noch die Stellen frei an denen die Braune Tarnfarbe aufgetragen werden soll.

 

Ist dieser Schritt abgeschlossen kurz warten bis die Farbe trocken ist und dann kann es an das entfernen der Maskierung gehen.

Nach dem entfernen der Maskierung ist sofort erkennbar wie gut die Planung im Vorfeld war - ich bin ganz zufrieden

Weathering.... oder aus neu mach Alt

Ein Modell, welches quasi Fabrikneu ausschaut, wirkt auf den Betrachter langweilig und strahlt absolut keinen Reiz aus. Es gibt nichts zu entdecken, das Modell erzählt keine Geschichte, sagt nichts aus.

 

Daher wird das Modell entsprechend gealtert.

Den Anfang macht das Chipping, also das setzen von Farbabrieb, den sogenannten "Chips". Es gibt hierfür spezielle Farben, allerdings geht grundsätzlich jeder dunklere Braunton oder aber die Grundfarbe des Fahrzeuges, wenn denn Tarnfarben aufgetragen worden sind.

 

In diesem Fall habe ich bei den Tarnflecken auf die sandgelbe Grundfarbe zurück gegriffen.

Nachdem das Chipping soweit beendet ist, erhält der kleine Tank einen Filter. Nach mehreren Probeläufen mit Gunze Acryl und der passenden Verdünnung, die jedoch nicht das gewünschte Ergebnis erzielte, habe ich mich für Ölfarben und Feuerzeugbenzin entschieden.

 

Ein Filter soll die Farben etwas miteinander verschmelzen, indem die unterschiedlichen Farben angeglichen werden. Ich mischte mir aus Industrial Earth von MIG und Feuerzeugbenzin einen entsprechenden Filter zusammen und trug diesen auf dem gesamten Fahrzeug auf.

 

So langsam geht es in den Endspurt - zumindest bei den "groben" Alterungsschritten. Als Basis für die kommenden Prozeduren wurde eine "Generalverschmutzung" im Bereich vom Laufwerk sowie den Wannenflanken sowie den Schmutzfängern mittels Airbrush aufgetragen.

 

 

Benutzt habe ich hier in zwei Schritten Gunzefarben, die mittels Mr. Leveling Thinner hochverdünnt und mit etwas Gunze Glanzlack versetzt wurden.

Nach Abschluss der vorgenannten Schritte und als Vorbereitung auf das "Pinwashing", also das gezielte Akzentuieren der Details ( Nieten, Schrauben, Griffe, Plattenstöße etc. ), wird das gesamte Modell mit Future versiegelt und sollte vor weiteren Arbeiten gut durchtrocknen.

Akzente setzen - das Modell wird "personalisiert"

Gut zu sehen: Eine Seite, mit MIG Dark Wash punktuell behandelt, die andere noch in der eigentlich Lackierung

Nachdem alle "groben" Arbeiten erledigt sind, geht es in den weiteren Arbeitsschritten darum, dem Modell sein letzliches Erscheinungsbild zu verpassen. Man kann auch sagen, es erhält seine Persönlichkeit - seine Geschichte.

 

Dazu werden in einem ersten Schritt alle Nieten, Schrauben, Plattenstöße und Vertiefungen akzentuiert. Damit erhält das Modell Tiefe und entfernt sich von seinem Plastischen Erscheinungsbild.

 

 

Ich nutze dazu ein fertiges Produkt aus dem Handel - es spricht jedoch nichts dagegen sich und seine Fantasie auszutoben und entweder neue Wege zu bestreiten oder auf altbewährte "Hausmanntricks" zurück zu greifen.

Da das Washing vor einer weiteren Behandlung des Fahrzeugs erst ordentlich durchtrocknen muss, habe ich mal ein wenig mit der vorgesehenen zusätzlichen Tarnung experimentiert.

 

Die mittels Laser geschnittenen Farne und Blätter sehen wahnsinnig toll aus, entfalten aber ihren Charme erst mit einer ordentlichen Bemalung. Da mir auch in diesem Sektor die Erfahrung fehlt, war auch hier wieder probieren angesagt.


Ich finde das Ergebnis ganz gelungen, im Makrobereich sieht es etwas platt aus, was aber bei normaler Betrachtung vernachlässigt werden kann. Dennoch wird noch ein wenig geübt.

Japanische Fahrzeuge wirken auf  Bildern überaus ungepflegt und schmutzig. Das dürfte zum großen Teil am Einsatzgebiet liegen. Ich wollte kein soooo zugesifftes Fahrzeug darstellen und es galt einen Mittelweg bei der Alterung zu finden, ohne die Tiefenwirkung der Washings zu übertünchen.

 

Ich habe mich überwiegend auf den Fahrwerksbereich konzentriert und dort mit Pigmenten und "Pigmentwäschen" gearbeitet.

Pigemnte können trocken aufgetragen werden - es geht jedoch auch als eine Art Washing. Dazu einfach den gewünschten Farbton mit Wasser mischen, etwas Spülmittel zur Beseitigung der Oberflächenspannung zugeben und damit die gewünschten Bereiche einsauen.

Getrocknet kann dann mit den Fingern oder Borstenpinseln das Ergebnis entsprechend bearbeitet werden.

Auch die Kette wurde so bearbeitet. Sehr effektvoll wirken Spüren und Rückstände von Betriebsmitteln auf Pigmenten, dies verleiht dem Fahrzeug einen extrem realistischen Look.

Der Scheinwerfer wurde Silber ausgemalt und erhielt eine passende Linse aus dem AK Sortiment. Diese Lösung ist nahezu jeder Methode Scheinwerfer darzustellen überlegen und sieht, meiner Meinung nach, absolut täuschend echt aus.

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